Vergabe 2025

Am 4. November 2025 fand im Parlament auf Einladung von Nationalratspräsident Dr. Walter Rosenkranz, des Österreichischen Seniorenrates und des Österreichischen Journalisten Clubs die Vergabe der a·g·e Awards statt.

Ziel des a·g·e Awards ist es, öffentliches Bewusstsein zum Thema Alter zu schaffen. Neben einer Sensibilisierung soll auch eine Qualifizierung der Medienlandschaft erfolgen und ein Impuls für die Arbeitswelt und Gesellschaft gesetzt werden. Alter gemeinsam erleben – vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen in Österreich und Europa.

Eröffnungsworte Parlamentsvizedirektorin Susanne Janistyn-Novák

Parlamentsvizedirektorin Susanne Janistyn-Novák begrüßte stellvertretend die mehr als 200 Gäste im Nationalratssitzungssaal des Hohen Hauses zur vierten Vergabe der Awards.

In ihren Kurzstatements gingen die beiden Präsidentinnen des Seniorenrates und der Präsident des Journalisten Clubs näher auf die Bedeutung der a·g·e Awards ein.

Birgit Gerstorfer, MBA, Präsidentin des Seniorenrates und des Pensionistenverbandes Österreichs:

Kurzstatement Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Birgit Gerstorfer

„Der a·g·e Award macht sichtbar, was oft übersehen wird: dass Arbeit keine Frage des Alters ist, sondern der Haltung. Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind wertvolle Leistungsträgerinnen und Leistungsträger, die mit Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und Stabilität entscheidend zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. In ihnen steckt jahrzehntelanges Wissen, das wir in Zeiten des Fachkräftemangels mehr denn je brauchen.

Wer älteren Beschäftigten die Chancen gibt, gewinnt doppelt – an Know-how und an Zusammenhalt. Altersgemischte Teams zeigen, dass Lernen keine Einbahnstraße ist: Hier profitieren Jung und Alt voneinander, Innovation entsteht aus Erfahrung, und Vertrauen wird zur Grundlage für nachhaltige Entwicklung. Die Arbeitswelt der Zukunft braucht genau dieses Miteinander.

Der a·g·e Award in der Kategorie Arbeitswelt zeichnet jene aus, die erkannt haben, dass Alter keine Grenze setzt, sondern Horizonte öffnet. Sie beweisen täglich, dass berufliche Erfüllung und Engagement kein Ablaufdatum haben.

Ich gratuliere allen Nominierten und Preisträgerinnen und Preisträgern – sie stehen dafür, dass Lernen, Arbeiten und Weitergeben auch im fortgeschrittenen Alter möglich und notwendig sind. Ihre Beispiele zeigen, dass Erfahrung kein Auslaufmodell, sondern ein Zukunftsfaktor ist.“

LAbg Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenrats und des Österreichischen Seniorenbundes:

Kurzstatement Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Ingrid Korosec

„Der a·g·e Award zeigt jedes Jahr auf beeindruckende Weise, wie vielfältig, aktiv und zukunftsorientiert die ältere Generation in Österreich ist. Wir zeichnen Medien, Unternehmen, Organisationen und Menschen aus, die dazu beitragen, dass Alter als Chance für gelebte Solidarität und gegenseitiges Lernen zwischen den Generationen verstanden wird.

Unsere Gesellschaft wird älter – und damit reicher: an Wissen, an Erfahrung, an Lebensgeschichten. Dieses Potenzial muss Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen sehen und nützen. Es geht darum, ältere Menschen als selbstbewusste, selbstbestimmte und selbstständige Mitglieder unserer Gesellschaft wahrzunehmen – in der Arbeitswelt ebenso wie in den Medien und im täglichen Leben.

Medien erzeugen Bilder, Politik macht die Rahmenbedingungen und jede/jeder von uns trägt Verantwortung, wie unsere Gesellschaft mit älteren Menschen umgeht.

Auch die Wirtschaft trägt Verantwortung. Deshalb brauchen wir einen sozialpartnerschaftlichen Schulterschluss zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern für mehr alternsgerechte Arbeitsplätze. Wir sind ein wertvoller Expertenpool, und die Wirtschaft braucht Fachkräfte mit Erfahrung. Ein Win-win für alle.

Ich danke allen Nominierten und Preisträgerinnen der a·g·e Awards. Sie sind Vorbilder dafür, dass Respekt, Menschlichkeit und Kreativität mehr bewirken können, als man oft glaubt. Sie verändern Blickwinkel und machen Zukunft lebendig.

Der a·g·e Award ist ein Zeichen für gelebte Wertschätzung und für ein Österreich, in dem Jung und Alt gemeinsam Zukunft gestalten.“

Mag. Christian Stöger, Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs:

Kurzstatement Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs Christian Stöger

Präsident Stöger sprach eingangs über die Wahrheit in der Berichterstattung, in den Medien, wie wir sie selbst erleben, wie wir sie fühlen, und betonte:

„Die absolute Wahrheit gibt es gar nicht. Aber – und das ist entscheidend – es gibt das ehrliche Bemühen, Tatsachen so wahrheitsgetreu wie nur möglich wiederzugeben. Es gibt den journalistischen Ehrenkodex, den auch der Österreichische Journalisten Club vertritt: die Welt so wahrhaftig wie möglich zu zeigen.

Wir leben in einer Zeit, in der das nicht selbstverständlich ist. Das Internet ist voll von Stimmen, die laut sind – aber nicht wahr. Wo sich Wahrheit und Manipulation oft vermischen. Aber es gibt die seriösen Medien, und ohne Vertrauen in diese verliert unsere Demokratie ihr Fundament. Medien sind nicht einfach Berichterstatter – sie sind die Hüter der Freiheit. Sie kontrollieren die Mächtigen dieser Welt, sie geben den Stimmlosen eine Stimme. Nicht von ungefähr werden sie als vierte Gewalt im Staat bezeichnet.

Und daher ist Achtsamkeit gefordert: gegenüber den Inhalten, den Quellen, den Interessen, die hinter den Stories stecken. Denn die Art, wie wir über andere sprechen, prägt, wie wir sie sehen. Und wie wir sehen, prägt, wie wir handeln – auch was die Wahrnehmung von älteren Menschen in unserer Gesellschaft betrifft.

Mit den a·g·e Awards werden jene geehrt, die ein Bild zeichnen – realistisch, würdevoll, respektvoll. Sie zeigen uns, dass Wahrheit nicht perfekt sein muss – aber authentisch.“


Vergabe der Awards

Aus den zahlreichen Einreichungen der Aktivitäten im Zeitraum September 2023 bis August 2024 wählte eine Jury jeweils drei Nominierte bzw. eine:n Gewinner:in pro Kategorie aus.

Die Jury setzte sich zusammen aus dem Vorsitzenden Christian Stöger sowie Birgit Gerstorfer, Franz Kolland (Leiter des Zentrums für Gerontologie und Gesundheitsforschung),
Martina Rupp (Journalistin & Moderatorin), Johanna Ruzicka (Wirtschaftsredakteurin),
Michael Schleifer (Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes), Brigitta Schwarzer (geschäftsführende Gesellschafterin der INARA GmbH) und Andrea Stoidl (Geschäftsführerin des Österreichischen Werberates).

Moderation Heilwig Pfanzelter. Blick ins Publikum

Moderatorin Heilwig Pfanzelter führte durch den Abend. Den musikalischen Rahmen bildete die „Little Big Family“ unter der Leitung von Christof Moser.

Zu den Preisen:

a·g·e Awards
a·g·e Award in der Kategorie Medien

Die drei Nominierungen:

1.) Constanze Griessler nimmt mit „X Y Z – Die Generationenlüge“ in intensiver Recherche die Wirkung von Stereotypen in den Medien zu Generationen, Alter und Altersdiskriminierung unter die Lupe. Mit Reportagen, Experteninterviews und persönlichen Lebensgeschichten stellt die Doku die Ursachen, Realitäten und gesellschaftlichen Folgen von Ageism (also die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Alters) dar. Ziel ist es, mediale Mechanismen aufzuzeigen, die Klischees und Vorurteile festigen – und wie sie zu gesellschaftlichen Ungleichheiten führen. Die 50-minütige Dokumentation wurde am 14. Mai 2025 auf 3sat ausgestrahlt.

Eine kurzer Zusammenschnitt ist hier nachzusehen

2.) Das von Veronika Pelikan gegründete Onlineportal www.wechselweise.net ist die führende Plattform im deutschsprachigen Raum zu Wechseljahren und Lebensmitte. Es liefert moderne, unabhängige Berichterstattung zu Tabuthemen, betrieblichen und gesundheitlichen Herausforderungen, Lebensgefühl und Lebensentwürfen von Frauen 40+. Wechselweise.net kombiniert Communityarbeit, medizinische Aufklärung, Lifestyle und Beratungsformate. Das Portal erreicht monatlich ca. 100.000 Leserinnen und hat bereits national wie international Innovationspreise erhalten.

3.) Im Journal-Panorama wurde am 14. Mai 2025 auf Ö1 der Beitrag „ Alt, arm, weiblich – Wenn die Pension nicht reicht“ ausgestrahlt. Die Reportage von Veronika Mauler legt offen, warum Altersarmut speziell Frauen trifft und wie Erwerbsunterbrechungen, Teilzeit, Pflegeverpflichtungen und gesellschaftliche Strukturen dazu beitragen. Sie lässt in dem 30-minütigen Radio-Beitrag Betroffene und Expertinnen zu Wort kommen sowie zeigt praktische Lösungsansätze auf. Schwerpunkt sind reale Lebenslagen und politische Forderungen, ergänzt um konkrete Hinweise zu Hilfsangeboten und Empowerment für Zielgruppen, die von Altersarmut betroffen sind.

Eine kurzer Zusammenschnitt ist hier nachzuhören

Der a·g·e Award in der Kategorie Medien ging an Constanze Griessler für „X Y Z – Die Generationenlüge“ und wurde persönlich mit großer Freude entgegengenommen.

Die Laudatio hielt das Jurymitglied Martina Rupp.

Kategorie 1 Medien. Von links: Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Ingrid Korosec, Heilwig Pfanzelter, Martina Rupp Journalistin, Gewinnerin: Constanze Griessler (X Y Z – Die Generationenlüge, Dokumentation), Mitarbeiterin, Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Birgit Gerstorfer, Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs Christian Stöger


a·g·e Award in der Kategorie Arbeitswelt

Die drei Nominierungen:

1.) Die she:works GmbH entwickelte ein innovatives Veranstaltungsformat, das gezielt Frauen ab 50 anspricht, um deren Selbstständigkeit, finanzielle Absicherung und persönliche Entfaltung zu fördern. Mit maximal 100 Teilnehmerinnen pro Female Business Mingle – Silver Girls 50+ wird auf Qualität des Austausches und Netzwerkbildung gesetzt. Kostenlose Zugänge für Frauen aus sozial benachteiligten Gruppen, individuelle Beratung und die Verleihung eines Gründungspreises für Frauen ab 50 runden das Konzept ab. Die Veranstaltungen sind Impulsgeber für Chancengleichheit und Teilhabe von Frauen 50+ in einer sich wandelnden Arbeitswelt.

2.) „Arbeiten, wann ich will“ mit diesem Projekt bietet die SPAR Österreichische Warenhandels-AG älteren Beschäftigten Modelle, selbstbestimmt zu entscheiden, wann, wie und wie lange sie arbeiten möchten. Pensionierte oder pensionierungsnahe Beschäftigte können freiwillig und nach ihren Wünschen im Unternehmen weiterwirken, was die Arbeitszufriedenheit, Motivation und Flexibilität erhöht. Die Initiative bricht mit starren Altersbildern und setzt auf individuelle Lebens- und Arbeitsgestaltung, kombiniert mit betrieblichen Anforderungen.

3.) Technik braucht Menschen – Gelebter Generationendialog und Wertschätzung des Alters. Canon Medical Systems hat ein unternehmensweites Konzept implementiert, das generationsgemischte Teams und flexible Beschäftigungsmodelle fördert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden über das Pensionsalter hinaus aktiv in Innovationsprozesse eingebunden, es gibt gelebten Wissenstransfer, regelmäßige Roundtables und Maßnahmen zur Wertschätzung der individuellen Fähigkeiten und Lebenswege. Das Erfolgsmodell zeigt, wie altersgerechte Personalpolitik nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die Gesellschaft langfristigen Mehrwert schaffen kann.

Beitrag auf der Website

Der a·g·e Award in der Kategorie Arbeitswelt wurde von der Jury an Canon Medical Systems vergeben. Der Award wurde von Geschäftsführer Andreas Pangratz, Konsulent Werner Schatzl sowie Alexandra Schmatz, Leiterin für Marketing und Kommunikation, dankend entgegengenommen.

Die Laudatio hielt Jurymitglied Brigitta Schwarzer.

Kategorie 2 Arbeitswelt. Von links: Heilwig Pfanzelter, Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs Christian Stöger, Gewinnerin: Alexandra Schmatz (Beitrag: Technik braucht Menschen – Gelebter Generationendialog und Wertschätzung des Alters), Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Ingrid Korosec, Geschäftsführende Gesellschafterin Inara GmBH Brigitta Schwarzer, Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Birgit Gerstorfer


a·g·e Award in der Kategorie Gesellschaft

Aus den Einreichungen wählte die Jury folgende drei aus:

1.) Die Website wir-bestager.jetzt richtet sich an Menschen ab 50 und will das Älterwerden als aktive und positive Lebensphase zeigen. Sie will aktive und neugierige BestAger vernetzen und bietet Informationen zu Gesundheit, Wohnen, Digitalisierung, Reisen und Beruf. Ein besonderer Bereich ist der Marktplatz, mit hochwertigen Angeboten von und für Menschen ab 50. Nutzer:innen werden durch Blogbeiträge, Newsletter und Events Teil einer engagierten Community. So fördert die Plattform ein modernes, selbstbewusstes Bild vom Leben 50-plus.

2.) Åhnlroas – unübliche Seniorenbilder: Catherine Ebser realisiert seit 2014 farbenfrohe, inszenierte Portraits von älteren Menschen, die in großen Outdoor-Ausstellungen im Salzkammergut, in Wiener Parks und Senioreneinrichtungen gezeigt werden. Die Åhnlroas-Ausstellungen feiern die Individualität, Eigenwilligkeit und Lebenslust der Modelle, brechen mit medialen Schönheitsidealen und machen Selbstbestimmung und Würde im Alter sichtbar. Die Stärkung von Body-Positivity und Age-Positivity (also Körperpositivität und Alterspositivität) – verbunden mit sozialer Teilhabe – stehen im Mittelpunkt. Die Bilder sind unter www.altmodisch.at zu sehen.
Anmerkung: Åhnlroas heißt auf Hochdeutsch „Ahnenreise“

3.) Das Modellprojekt „Generationenhaus Kleeblatt“ der Gemeinde Lengau im Bezirk Braunau in Oberösterreich ist ein Meilenstein für generationenübergreifendes Wohnen auf dem Land. Seniorinnen und Senioren werden mit jungen Familien zusammengebracht und Wohnprojekte und Mobilitätsangebote werden gemeinschaftlich entwickelt. Ergebnis sind neue soziale Strukturen, mehr Lebensqualität, laufender Austausch zwischen den Generationen und gegenseitige Unterstützung – ein Vorbild für ländliche Gemeinden im demografischen Wandel.

Der a·g·e Award in der Kategorie Gesellschaft ging an die Website wir-bestager.jetzt und wurde von den Gründern Ulrike Ischler und Jörg Schaden entgegengenommen.

Die Laudatio hielt Jurymitglied Professor Franz Kolland.

Kategorie 3 Gesellschaft. Von links: Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Ingrid Korosec, Heilwig Pfanzelter, Gewinner: Jörg Schaden (Beitrag: „Neues Altern – Selbstbestimmt. Erfüllt. Vernetzt“), Leiter des Kompetenzzentrum Gerontologie und Gesundheitsforschung an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Franz Kolland, Präsidentin des Österreichischen Seniorenrates Birgit Gerstorfer, Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs Christian Stöger

Keine Vergabe eines Autsch!

Die Vergaberichtlinien des a·g·e Awards sehen vor, dass auch ein „Autsch!“ an jene vergeben werden kann, die ältere Menschen in der öffentlichen Darstellung oder im wirtschaftlichen Leben diskriminieren, in ihrer Würde herabsetzen oder bewusst in negative Zusammenhänge bringen. Erfreulicherweise konnte abschließend berichtet werden, dass heuer kein „Autsch!“ vergeben werden musste.


Presseaussendungen:
a·g·e Awards: Seniorenrat und ÖJC holen vorbildliche Initiativen vor den Vorhang (Parlament)

Vergabe der a·g·e Awards 2025 (Seniorenrat)

Preisgekrönt im Parlament: Wir BestAger mit dem a·g·e Award 2025 in der Kategorie Gesellschaft ausgezeichnet

Canon Medical gewinnt den a·g·e Award 2025 in der Kategorie „Arbeitswelt“

Weitere Informationen und Bilder:
Website des Parlaments

Im Rahmen der Veranstaltung wurden alle Nominierungen auch präsentiert:
Präsentation 2025 (PDF)


Filmcredit: © Österreichischer Seniorenrat / CreativStudio Bogataj
Fotocredit: © Parlamentsdirektion / Thomas Topf
Präsentation: © Österreichischer Seniorenrat / Wolfgang Braumandl